Montag, 10. Januar 2011

Thilo Sarrazin in der Urania statt im Haus der Kulturen

Am Freitag (14.01.2011) diskutiert Thilo Sarrazin in der Urania. Das teilte der Leiter des Internationalen Literaturfestivals, Ulrich Schreiber, mit. Ursprünglich wollte Schreiber, daß Sarrazin im Haus der Kulturen auftritt.

Am Ende hat der Leiter des Internationalen Literaturfestivals, Ulrich Schreiber, seinen Willen durchgesetzt: Thilo Sarrazin wird in Berlin auftreten und Christhard Läpple vom ZDF wird moderieren. Nachdem das Haus der Kulturen der Welt eine solche Veranstaltung verweigert hatte, findet die Podiumsdiskussion mit Matthias Matussek und dem Fernsehproduzenten Walid Nakschbandi als weiteren Gästen am Freitag um 19:30 Uhr in der Urania statt. Das Thema wird "Migrationspolitik und politische Kultur in Deutschland" heißen. Veranstaltet wird die Diskussion von der Peter-Weiß-Stiftung, die zu den Trägern des Internationalen Literaturfestivals Berlin gehört.

"Ich finde es richtig, daß die Veranstaltung stattfindet", sagte Ulrich Schreiber Tagesspiegel Online am Donnerstag. Er habe mit dem Verlag und Thilo Sarrazin bestimmte Konzessionen vereinbart, auf die sich das Haus der Kulturen der Welt nicht einlassen wollte. "Die Urania war eine logische Alternative und sie haben zugestimmt."

In der Urania bereitet man sich unterdessen auf den Auftritt des ehemaligen Finanzsenators von Berlin vor. "Wir sind dabei, ein Sicherheitskonzept zu entwickeln", sagte Pressesprecher Ulrich Weigand. Polizei werde vor Ort sein, doch bisher seien noch keine Demonstrationen angekündigt (der kommunistische Agit-Prop wird sich schon vorbereiten!) . Allerdings sei die Veranstaltung auch recht kurzfristig in die Urania verlegt worden, auch der Kartenverkauf laufe gerade erst richtig an. Die Veranstaltung sei nicht Teil des neuen Programms der Urania, erklärte Ulrich Weigand.

"Ich würde gern in einem Land leben, in dem niemand meint, so ein Buch schreiben zu müssen, sagte im Sinne der politischen Korrektheit der Direktor der Urania, Ulrich Bleyer. Doch ein Ausweichen gebe es nicht. "Die Urania kann das", zeigt sich Ulrich Bleyer überzeugt. "Wir sind über jeden Verdacht erhaben, uns diesen Thesen anzuschließen; wir sind überparteilich und unabhängig." Das wird sie schon können, gestattet sie doch kommunistische Agitation und Schlägertrupps gegen Opfer des Kommunismus'. 

Aus diesem Grund habe es schon die verschiedensten Diskussionen, unter anderem mit Bischof Wolfgang Huber, gegeben, die sich qualitativ auf hohem Niveau bewegt hätten. Letztendlich gelte es, die Frage zu klären, ob Thilo Sarrazin gesellschaftlichen Schaden angerichtet oder in ein Problem angesprochen habe, dem wir uns stellen müßten. "Darüber könne man eine vernünftige Diskussion führen", so Ulrich Bleyer.

Den Vorschlag der Festivalsleitung, den ZDF-Journalisten Christhard Läpple als Moderator für eine Diskussion mit Thilo Sarrazin zu engagieren, wurde im Haus der Kulturen der Welt mit der Begründung abgelehnt, es handele sich nicht um eine Gegenstimme "auf Augenhöhe". Dazu muß man schon Kommunist sein. Ulrich Schreiber hatte sich empört gegen den Vorwurf gewehrt, das Literaturfestival sei nicht an einer kritischen Konterkarierung Sarrazins Thesen interessiert. Vielmehr halte man es für wichtig, "die Position des Andersdenkenden" in einem kulturpolitischen Forum zu diskutieren. 

Kommentare:

ebook leser hat gesagt…

Schau an, es liegt wohl in der Familie oder kann man vielleicht sagen, nachdem Sarrazin immer noch SPD Mitglied ist, wird die Schuld an seiner Frau gesucht. Wenn man so liest, was wie lange schon bekannt ist und wenn das wirklich stimmen sollte, dann frage ich mich doch, warum die Schulbehörden schon längst nicht aktiv geworden sind. So ist z.B. zu lesen: Der Konflikt köchelt allerdings schon seit Jahren. Immer wieder hatte es Kritik am Erziehungsstil von Ursula Sarrazin gegeben. Schon 2002, als sie an einer Berliner Montessori-Schule unterrichtete und ihr Mann noch kaum bekannt war, beschwerten sich fast alle Eltern ihrer Klasse. Am Ende eines Schuljahrs legten sie der Direktorin die bereits ausgefüllten Abmeldeformulare ihrer Kinder vor und erklärten: "Wenn Frau Sarrazin hier bleibt, verlassen unsere Kinder die Schule." Wenig später wechselte die Lehrerin die Schule "Sie wehrte alle Vorwürfe ab", erinnert sich ein Vater. so der Spiegel.

Atreides hat gesagt…

Vielleicht waren das Eltern aus grünen oder kommunistischen oder gar migrationshintergründigen Kreisen, und die Hatz gegen Sarrazin ist ja gut durchorganisiert. Ich würde solche Anschuldigen wie die gegen Frau Sarrazin mit Vorsicht genießen. Zum Beispiel müßte man erst einmal wissen, wie den der Unterrichtsstile von ihr ist. Man kann es nie allen Eltern recht machen. Mir gefiel auch nicht jeder Lehrer, den ich hatte.